05.03.2010 - Das Hostingpaket richtig dimensionieren
Das Social Web, auch bekannt als Web 2.0, kann bei richtiger Anwendung dazu verhelfen, tausende, nicht selten sogar hunderttausende potentielle Kunden zu erreichen. Idealerweise mit nur minimalen Streuverlusten, sodass es damit möglich ist, exakt seine Zielgruppe anzusprechen.
Im Grunde stellen Social Networks wie etwa Facebook, Twitter oder XING eine ideale Möglichkeit dar, um den Markt bereits vor der Eröffnung des geplanten Onlineshops vorzubereiten um daraufhin gleich von Anfang an potentielle Kunden in seinen Onlineshop zu bekommen.
Was dabei allerdings gerne übersehen wird ist die Tatsache, dass all die Mitglieder aus dem Netzwerk gleichzeitig angesprochen werden und so folglich auch zur selben Zeit im Onlineshop stöbern, was eine enorme Trafficspitze und somit Serverauslastung zur Folge hat. Bei kleineren Netzwerken von ein paarhundert Teilnehmern stellt dies sicherlich noch kein nennenswertes Problem dar und kann daher, zumindest in dieser Größenordnung, meist vernachlässigt werden.
Problematisch wird es jedoch dann, wenn das Netzwerk aus einer sehr großen Anzahl von Mitgliedern besteht, für dessen Anzahl das eingesetzte Hostingpaket nicht dimensioniert wurde, dass entweder ein eigener Server oder gar ein ganzer Cluster notwendig wäre. Reagiert der Hostingprovider beim Auftreten einer derartigen Trafficspitze nicht, geht der Server sprichwörtlich in die Knie. Dies hat in aller Regel zur Folge, dass der Provider den betroffenen Webaccount und somit natürlich auch den Onlineshop kurzfristig deaktiviert, da er immerhin für den stetigen Serverbetrieb aller am Server befindlichen Kunden verantwortlich ist. Somit bleiben auch die vielen aus dem Netzwerk erwarteten Besucher aus.
Das muss nun aber nicht heißen, Social Networks wären nicht dazu geeignet, den Markt für seinen Onlineshop vorzubereiten. Abgesehen davon, dass Social Networks sicherlich nicht für alle Branchen und Zielgruppen geeignet sind, ist dies sogar eine richtig geniale Möglichkeit für die Markteinführung. Wichtig dabei ist nur, dass die Trafficspitze mit dem Provider abgesprochen ist, sodass er erstens das richtige Hostingpaket anbieten kann und zweitens Bescheid weiß um evtl. übermäßige Auslastungen ohne Recherche durch seinen Techniker erklären kann.
Diese Woche gab es ein überdurchschnittlich großes Social Network mit über einer halben Million Mitglieder, welche alle auf einmal auf ein Kleinst-Hostingpaket losgelassen wurden, das für gerade einmal 2GB Traffic pro Monat dimensioniert war. Dieses für ein ganzes Monat dimensionierte Traffickontingent wurde dann jedoch im 5-Minuten-Takt erreicht - ein Extremstbeispiel für eine Unterdimensionieren :)
Der Shopbetreiber hatte jedoch großes Glück: Der Hostingprovider bietet neben den Kleinst-Hostingpaketen auch professionelle Lösungen an, welche selbst Traffic im höheren Terrabyte-Bereich bewältigen können. Nach Verzögerungen von nur wenigen Minuten lief der Onlineshop daher wieder reibungslos und konnte Bestellungen erzeugen. Hier kann man wirklich von äußerst großem Glück sprechen - jeder andere Provider hätte den Webaccount umgehend deaktiviert. Der Shopbetreiber plant nun gemeinsam mit dem Provider einen Umzug auf ein eigenes Serversystem, das für derartige Trafficspitzen dimensioniert ist.
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Kommentare
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7 Kommentar(e) gefunden:
Mexx
05.03.2010 09:21
LOL :-)
Dachte nicht, dass es wirklich Idioten gibt, die sich für ein paar Euro im Monat ein Hosting mieten und dann gleich hunderttausende Besucher auf einmal drauf los lassen, bis der Server dicht ist. Wirklich genial :)
Elke
05.03.2010 11:25
Was ich mich frage: Wie hat der oder die es zu so vielen Followern geschafft? Ich meine, bei dieser Größenordnung, da macht man doch keine halben Sachen. Da kommt es auf einen eigenen Server auch nicht mehr an.
Tom
05.03.2010 12:44
Der hatte Glück, und wie!!!
Ich war bei ****** und hatte nichts anderes gemacht, als ein Werbebanner von meinem Webaccount dort auf GMX einzubinden. Ein paar Minuten nachdem GMX mein Banner freigeschaltet hatte, war meine Webseite nicht mehr erreichbar. Ein Anruf beim Provider brachte, dass die meinen Account abgedreht hätten wegen Auslastung. Ich musste erst schriftlich bestätigen, dass ich meine Werbekampanje auf GMX abstellte, damit sie mich wieder freischalteten. Und das bei einem so namhaften Anbieter. Dann bin ich zu ****** gewechselt. Gleiches Spielchen nochmal. Inzwischen hab ich mir einen eigenen Server gemietet, der hält Stand. 2 Werbeschaltungen bei GMX hab ich allerdings in den Sand gesetzt.
Moderator
05.03.2010 12:58
@Tom:
Wir mussten Ihren Kommentar ein wenig entschärfen. Es soll hier niemand schlecht dargestellt werden, unabhängig davon ob es gerechtfertigt ist oder nicht.
Gerhard
05.03.2010 14:51
@Tom: Wohl auch nicht richtig dimensioniert, was?
Wenn du bei gmx Werbung schaltest, erzeugt jedes eingebundene Banner einen Prozess am Server. Wenn da plötzlich 500 Banner in der Sekunde eingebunden werden, reicht ein normaler Webspace um ein paar Euro nicht aus, da muss es schon ein eigener Server sein. Gmx setzt Großrechner ein, damit die den Traffic schaffen. Kein Wunder, dass der Webspace-Server deiner Provider abgeschmiert ist, du hast einfach falsch dimensioniert.
Tom
06.03.2010 21:16
@Gerhard: Das ist mir inzwischen auch klar geworden, aber ich war mit der Vorgehensweise mich einfach zu sperren nicht ganz einverstanden. Ein kurzer Anruf hätte doch auch gerreicht.
Gerhard
08.03.2010 11:28
Tom: Stell dir mal vor du seist Provider und hast ein paarhundert Kunden auf deinem Server. Jetzt schaltet irgendeiner davon plötzlich so massiv Werbung, dass dein Server nicht mehr läuft. Bevor dir das Telefon heiss scheppert vor Kundenbeschwerden und vielleicht auch Kündigungen eingehen, bist du gezwungen zu handeln. Da will ich dich mal sehen, wie du versuchst jemanden am Telefon zu erreichen, wenn dir der Hut brennt :)
Der nächste logische Schritt ist den Kunden vorübergehend abzudrehen, dann kann man sich mit ihm in Verbindung setzen, wenn er es nicht vorher schon tut, wie du das ja in deinem Fall beschrieben hattest.
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